Weißwurst statt Wiesn-Kater: Wie man den bayerischen Stau-Wahnsinn einfach überfliegt.
Was für ein Wochenende! Wenn am Samstag die Münchner Wiesn startet, droht der Sonntag normalerweise mit Couch, Rollos runter und Ibuprofen. Nicht bei uns. Wir haben das Wochenende in vollen Zügen genossen – und das Beste daran: Die „vollen Züge“ bezogen sich diesmal nur auf unsere Lungen voller Frischluft.
Am frühen Morgen ging es zum Flugplatz Ampfing. Während sich halb Bayern noch den Bierschaum aus den Augen wischte, hieß es bei uns: Hangar auf, Flieger raus und der gründliche Pre-Flight-Check. Danach ging es auf der Piste 27 ab in den Himmel Richtung Westen. Kurs: Tegernsee, die Alpen fest im Blick.
Der Blick nach unten war pures Schaudern und Genießen zugleich: Unter uns kroch die A8 (bzw. die Zubringer Richtung Süden) im absoluten Schneckentempo dahin. Stau soweit man schauen kann. Ein großes Mitleids-Servus an alle, die den Sonntag im Blechkleid verbringen durften, um irgendwie an die bayerischen Seen, in die Berge der Alpen oder nach Österreich oder Italien zu kommen. Unser Stau-Radar? Zeigte null Minuten Verzögerung an.
Unser Ziel: Ein exklusives Weißwurstfrühstück am Flugplatz Warngau am Tegernsee.
Der Anflug dort ist allerdings nichts für schwache Nerven (oder zittrige Wiesn-Hände). Einordnung in die Platzrunde, Freigabe für die Piste 20. Der Endanflug hat es in sich: Direkt aus der Kurve, gefühlt eine Handbreit über die Weiden hinweg, auf eine gerade mal 550 Meter kurze Asphaltbahn. Punktlandung direkt an der Schwelle und exakt an der Halbbahnmarkierung standen wir. Maßarbeit!
Kaum war der Backtrack erledigt und wir auf die Abstellfläche gelotst, wartete schon das standesgemäße bayerische Follow-Me-Car und VIP-Shuttle auf uns: Eine Mercedes G-Klasse. Man gönnt sich ja sonst nichts. Nach einem kurzen Transfer zum Tower und dem bezahlen der Landegebühr gab es dann das verdiente Belohnungsprogramm: Kaiserwetter, zünftige Weißwürste und resche Brezn.
Später stießen noch weitere Fliegerfreunde dazu, die Geschichten wurden mit jedem Fachgespräch höher und schneller, und nach einem rundum geselligen Tag flogen wir am Nachmittag tiefenentspannt zurück. Was für ein Tag. Wer braucht schon die Wiesn, wenn man Warngau am Tegernsee haben kann?