Manchmal braucht es gar nicht viel für eine gelungene Reise. Ein Campervan, ein Ziel am Meer, genügend Zeit und die richtigen Menschen an seiner Seite. In unserem Fall gehören dazu natürlich auch vier Pfoten. Gemeinsam mit unserem Boxer-Rüden Bossa machten wir uns Ende Mai auf den Weg Richtung Kroatien. Was als entspannte Frühsommerreise begann, entwickelte sich schnell zu einer wunderbaren Mischung aus mediterranem Lebensgefühl, gutem Essen, besonderen Begegnungen, Rock’n’Roll, Camperleben und vielen kleinen Momenten, die man nicht planen kann – und die deshalb oft die schönsten sind.
Bevor es losgehen konnte, stand noch ein kleiner Umbau an unserem Camper auf dem Programm. Unsere Dinette bekam ein kleines Update. Der Tisch wurde verkleinert und direkt an den dafür vorgesehenen Befestigungsleisten an der Wand montiert. Dadurch konnte das bisherige Tischbein entfallen und der Platz darunter deutlich vergrößert werden. Der eigentliche Gewinner dieser Umbaumaßnahme war allerdings Bossa. Conny nähte eigens eine neue Liegematte, die perfekt in den neu gewonnenen Bereich passt. Schon vor der Abfahrt war klar: Dieser Platz würde künftig Bossas Lieblingsplatz werden.
Am Freitagnachmittag ging es direkt nach der Arbeit los. Der Kühlschrank war bereits in den Tagen zuvor gefüllt worden, sodass wir nur noch einsteigen und losfahren mussten.
Die erste Etappe führte uns bis zum Katschberg in Österreich. Nach einem entspannten Abendessen in der Pizzeria Restaurant Lärchenstadl (B) fanden wir nur wenige Meter entfernt einen dazugehörigen ruhigen Übernachtungsplatz für die Nacht. Das Plätzchen liegt am Katschberg in der Region Lungau im Bundesland Salzburg (Österreich), genauer in St. Michael im Lungau auf der Passhöhe des Katschbergs. Der Urlaub hatte begonnen.
Nach einer erholsamen Nacht führte uns die Reise weiter durch Österreich und Slowenien Richtung Kroatien.
Mit jedem Kilometer wurde das Wetter besser. Die Temperaturen stiegen auf angenehme 25 Grad und die Vorfreude wuchs. Spätestens beim Überqueren der Brücke zur Insel Krk war das Urlaubsgefühl vollständig angekommen.
Ohne Reservierung fanden wir auf dem Campingplatz Ježevac Premium Camping Resort (C) einen schönen Stellplatz und konnten direkt in den Urlaubsmodus wechseln.
Die folgenden Tage waren geprägt von genau dem, was wir an unseren Reisen so lieben:
Morgens lange Spaziergänge mit Bossa, frische Brötchen vom Bäcker, gemütliche Frühstücke mit gutem Kaffee und Connys selbstgemachter Marmelade, dazu keine Termine und kein Zeitdruck.
Wir erkundeten die Altstadt von Krk mit ihren engen Gassen, genossen Eis am Hafen, beobachteten das Treiben am Wasser und ließen die Tage einfach entstehen.
Kulinarisch begann Kroatien ebenfalls vielversprechend. Unsere ersten Cevapcici mit Ajvar und Zwiebeln im Fladenbrot schmeckten genauso gut wie die zahlreichen Fisch- und Fleischgerichte der folgenden Tage.
Besonders in Erinnerung bleibt uns ein Abend direkt am Meer. Im Oliva Grill saßen wir in der ersten Reihe zur Adria. Keine zehn Meter trennten uns vom Wasser, während die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand.
In der Nacht zog ein Gewitter über die Insel. Während der Regen auf das Dach unseres Campers prasselte, lagen wir gemütlich in unserem Bett und lauschten den Geräuschen der Natur.
Einer der schönsten Abende auf Krk führte uns in die historische Altstadt. Direkt an der Kathedrale von Krk fanden wir einen Platz im Restaurant Frankopan. Umgeben vom sommerlichen Stimmengewirr genossen wir Muscheln, Thunfischtatar, Nudeln mit Steinpilzen und Rohschinken sowie einen hervorragenden Weißwein. Menschen lachten, Gläser klangen und die warme Abendluft trug den Duft der Adria durch die Gassen. Es waren genau diese Momente, in denen wir uns immer wieder dabei ertappten zu denken: So muss sich Urlaub anfühlen. Nach einigen wunderbaren Tagen auf Krk führte uns die Reise zurück aufs Festland.
In Jadranovo besuchten wir unsere Freundin Kirstin (D), die wir vom Flugplatz kennen, auf dem auch unser Flugzeug MOPN zuhause ist. Schon bei der Ankunft wurden wir herzlich empfangen. Unser Camper fand direkt vor ihrem Haus Platz und von ihrer Terrasse aus konnten wir sogar die Start- und Landebahn des Flughafens Rijeka beobachten. Für uns als Piloten ein ganz besonderer Ausblick.
Am Abend führte uns Kirstin nach Crikvenica ins Restaurant Galija. Direkt am Hafen genossen wir ausgezeichnetes Essen und einen wunderbaren Žlahtina-Wein aus der Region. Wer die Kvarner Bucht bereist, begegnet früher oder später dem Žlahtina. Die autochthone Weißweinrebe stammt ursprünglich von der Insel Krk und gehört zu den bekanntesten Weinen der Region. Der Wein präsentierte sich leicht, frisch und angenehm fruchtig. Mit seinen feinen Zitrusnoten und der dezenten Mineralität passte er hervorragend zu Fisch, Meeresfrüchten und den lauen Sommerabenden an der Adria. Wir genossen den Wein der Vinarija Pavlomir aus Novi Vinodolski. Das Besondere daran: Pavlomir ist die einzige Kellerei auf dem kroatischen Festland, die Žlahtina ausbaut. Die traditionsreiche Sorte ist seit Jahrhunderten hier zuhause. Merken wir uns!
Später saßen wir noch lange zusammen, erzählten Geschichten und verbrachten einen dieser Abende, bei denen die Zeit scheinbar keine Rolle spielt.
Von Jadranovo ging es weiter Richtung Süden nach Medulin. Dort erwartete uns eine Überraschung, die wir so in Kroatien nicht erwartet hätten.
Das Tear It Up Festival verwandelte den kleinen Küstenort in eine Zeitreise zurück in die 1950er Jahre. Überall standen liebevoll restaurierte Oldtimer, aus den Gassen erklang Rock’n’Roll und zahlreiche Besucher erschienen stilecht in Petticoats, Hemden und Hosenträgern. Die besondere Atmosphäre war sofort spürbar.
Auf dem Campingplatz Arena Medulin Campsite (E) fanden wir direkt am Wasser einen wunderschönen Stellplatz.
Tagsüber erkundeten wir den Ort, abends lauschten wir der Musik und genossen die entspannte Stimmung.
Einer der schönsten Momente entstand dabei ganz ungeplant.
Nach einem Grillabend vor dem Camper gesellten sich unsere österreichischen Nachbarn zu uns. Aus einem kurzen Gespräch entwickelte sich ein langer Abend voller Geschichten über das Leben, gute und schwierige Zeiten und die Erkenntnis, wie wertvoll gemeinsame Zeit ist. Es sind genau solche Begegnungen, die Camperreisen für uns so besonders machen.
Als sich das Wetter in Medulin zunehmend bewölkt zeigte, entschieden wir uns spontan für einen Ortswechsel.
Wir fuhren der Sonne entgegen. Unser Ziel war Funtana. Und tatsächlich: Während wir die Wolken hinter uns ließen, empfing uns das Istra Premium Camping Resort (F) bei strahlendem Sonnenschein.
Bossa hatte innerhalb weniger Minuten seinen Lieblingsplatz gefunden. Unter einem kleinen Olivenbaum direkt an unserem Stellplatz ließ er sich zufrieden nieder, während wir unseren selbstgemachten Willkommensdrink genossen. Der Grund für unseren Besuch in Funtana war schnell gefunden.
In den Sommermonaten finden hier regelmäßig traditionelle Fischerfeste Riva Funtana statt. Genau eines davon stand an diesem Abend auf unserem Programm. Mit der Vorfreude auf frischen Fisch, regionale Spezialitäten und einen weiteren unvergesslichen Abend am Meer endete dieser Abschnitt unserer Reise. Am Camper noch ein Abschlussdrink bevor es dann morgen die erste Etappe Richtung München geht.
Wir reisen direkt nach dem Frühstück ab und schaffen es bis kurz nach dem Karawankentunnel bis nach Österreich. Nach einem kleinen Hamsterkauf Käferbohnen landen wir für die letzte Nacht auf dem Strandcamping Gruber am Faaker See, bevor wir dann die letzte Heimetappe antreten.
Kroatien hat uns erneut begeistert. Mit seiner Gastfreundschaft, den malerischen Küstenorten, dem hervorragenden Essen, den entspannten Campingplätzen und den vielen kleinen Momenten, die eine Reise erst unvergesslich machen. Und Bossa? Der hat seinen neuen Platz unter der Dinette längst offiziell zu seinem persönlichen Reich erklärt.






























