Sekt in Speyer und Mojos in Stuttgart

April, April, der macht, was er will? Von wegen! Ende April 2026 meinte es der Wettergott verdammt gut mit uns. So gut, dass wir kurzerhand die Wochenendplanung über den Haufen geworfen haben. Spontanität ist die einzige Form von Freiheit, die wirklich zählt – besonders wenn das Ziel Malsch bei Speyer heißt und die Gastgeber Cathrine und Matthias (alias Elvis) bereits den Wein kaltgestellt haben. Schnallt euch an, ich nehme euch mit in ein Wochenende, das nach Frühling, Freundschaft und Rock’n’Roll schmeckt.“.

Für Bossa erklärt sich Nico sofort bereit, ihn für das Wochenende zu nehmen. Ein riesiges Danke an den besten Freund, der diesen Trip erst möglich gemacht hat. Es gibt nur wenige Menschen, bei denen wir sicher sind, dass es Bossa gut hat und mein bester Freund Nico gehört dazu. Nach seiner Zusage planen wir ein wunderschönes Wochenende.

Samstagmorgen, Ampfing. Während andere noch beim zweiten Kaffee sitzen, stehen wir schon auf dem Vorfeld. Unser Ziel: die MOPN reisefertig machen. Es hat fast etwas Meditatives, die Checkliste durchzugehen, wenn man weiß, dass einen gleich die Freiheit über den Wolken erwartet.

Dann heißt es: Propeller an, Headset auf und abheben! Wir steigen auf Flight Level 65. Unter uns zieht die Welt vorbei, über uns nur dieses endlose, unverschämte April-Blau. Ein paar thermische Rempler über den Wäldern und Anhöhen erinnern uns daran, dass die Sonne heute ordentlich Kraft hat – kleine Wachmacher-Turbulenzen in einer ansonsten butterweichen Reise. Auch wenn uns der Wind heute die lange Nase zeigt und uns ein bisschen Speed klaut, genießen wir jede Minute.

Nach knapp zwei Stunden taucht sie auf: Die „Skyline“ von Speyer. Der Anflug auf den Flugplatz EDRY ist ein Highlight, direkt vorbei an den Giganten des Technikmuseums. Wir bekommen die Piste 34 – eine Landebahn, auf der man gefühlt eine Kleinstadt parken könnte. Über Taxiway Hotel und den Rollhalt Foxtrott kreuzen wir die Runway und rollen entspannt zur Parkfläche Nord.

Und dann? Kaum ist der Propeller zum Stillstand gekommen, folgt der Moment, der diesen Trip jetzt schon legendär macht: Wer braucht schon eine VIP-Lounge, wenn man Freunde wie Cathrine und Matthias hat? Die beiden haben sich (man munkelt, mit dem Charme eines Geheimagenten) über die Flugschule aufs Gelände geschmuggelt.
Noch bevor wir die MOPN ganz verzurrt haben, stehen sie da – inklusive einer prall gefüllten Kühlbox. Sektempfang direkt am Flieger! Während der Motor noch knistern, perlt der Sekt in den Gläsern. Was für eine Sensation! Wenn das der Standard für alle zukünftigen Landungen ist, fliege ich nirgendwo anders mehr hin.

Nach dem High-Life auf dem Rollfeld geht es direkt weiter in den Entspannungsmodus. Wir werden von Cathrine und Matthias standesgemäß eingesackt und dürfen für das Wochenende ihr Hauptquartier beziehen. Gastfreundschaft wird hier großgeschrieben – und das schmeckt man auch!

Anstatt mühsam Speisekarten zu wälzen, werfen wir den Pizzaofen an. Es gibt Flammkuchen am laufenden Band: hauchdünn, knusprig und so frisch, wie man ihn nur im Kreise von Freunden bekommt. Dazu noch eine Runde Kuchen als süßes Finish. Eigentlich wäre jetzt Zeit für den Grill, aber unser Terminkalender ist heute so prall gefüllt wie die Kühlbox am Flugplatz. Das Grillen müssen wir schweren Herzens auf ein anderes Mal verschieben, denn wir haben ein Date in der Landeshauptstadt.

Heute Abend heißt es nämlich: Abflug nach Stuttgart! Aber nicht mit der MOPN, sondern direkt auf die Gästeliste der legendären Jazzkiste. Dort gastieren heute Mad Guz & the Mojos, und wir wissen genau, was das bedeutet. Wer die Jungs kennt, weiß: Stillstehen ist keine Option.

Wir tauschen die Piloten-Headsets gegen Rock’n’Roll-Vibes. Die Mojos heizen der Kiste mit einer explosiven Mischung aus Rockabilly, Blues und klassischem Rock’n’Roll ordentlich ein. Wenn Isi den Kontrabass bearbeitet, die Gitarrenriffs von Spike und der Rhythmus von Tim an den Drums durch den Club peitschen, vergisst man glatt, dass man vor ein paar Stunden noch in 6.500 Fuß Höhe über den Schwarzwald geschaut hat. Ein Tag, zwei Städte und eine ordentliche Portion ‚Elvis‘-Spirit – besser kann ein spontaner Trip nicht laufen!“

Wer denkt, dass nach dem Konzert in Stuttgart Schluss war, kennt Cathrine und Matthias schlecht. Nachts um 1 Uhr hieß es dann doch noch: Anfeuern! Die Grillwürstchen, die wir mittags zeitlich nicht mehr untergebracht hatten, schmeckten zu nächtlicher Stunde und nach so viel Tanzen gleich doppelt so gut. Völlig erledigt, aber mit dem Sound der Mojos noch im Ohr, fielen wir schließlich in die Betten.

Der Sonntagmorgen startete herrlich entspannt. Ausschlafen, ein ausgiebiges Frühstück und dann an den Spieltisch: Gemeinsam mit Louis und Maria haben wir eine Runde Hitster Rock gespielt. Was soll ich sagen? Wir haben kläglich verloren. 😉 Matthias alias Elvis hat uns alle gnadenlos in die Schranken gewiesen. Der alte Rocker weiß halt nicht nur, wie man feiert, sondern kennt auch jeden Riff der Musikgeschichte.

Viel zu schnell hieß es dann wieder Abschied nehmen. Zurück am Flugplatz Speyer machten wir die MOPN startklar für den Heimweg. Ein letzter Check, Abheben von der Piste 34 und ab in die Höhe. Auf Flight Level 75 glitten wir dahin, diesmal in nur einer Stunde und 45 Minuten – die Alpen am Horizont und das Grinsen im Gesicht.

Die Landung auf der Graspiste 27 in Ampfing war butterweich. Noch kurz die MOPN in den Hangar schieben und dann ab nach Hause. Was für ein Wochenende! Ein riesiges Danke an Nico, der den Trip möglich gemacht hat, und natürlich an Cathrine und Matthias für diese Wahnsinns-Gastfreundschaft. Speyer (Malsch), wir kommen definitiv wieder – aber beim nächsten Mal üben wir vorher Hitster!

Ostsee-Ostern und Crash

Die Fliegerei hat das letzte und vorletzte Jahr stark geprägt. Es wird Zeit, unseren guten alten Grizzly wieder zu bewegen und die Leichtigkeit des Lebens zu zelebrieren, wie es Conny immer so schön sagt. Noch letzte Woche waren wir einstimmend mit Freunden und insgesamt 4 Campermobilheimen in Eichstätt. Nun steht unsere traditionelle Osterreise in meinen Norden auf dem Programm und einiges mehr, oder soll ich lieber „Meer“ sagen?!

Drei Punkte auf unserer Route sind fix und der Rest wird, wie wir es so lieben, spontan. Wir besuchen unsere Urlaubsfreunde aus Ägypten, Juli und Shuki, in Berlin, den Airpark Müritz, wo es noch Grundstücke mit direktem Stellplatz für den Flieger vor der Haustür zu kaufen geben soll und wir wollen Rügen erkunden. Durch einen familiären Notfall passt der Besuch bei Juli und Shuki auf dem Hinweg nicht rein. Vorerst haben wir den Gedanken auf der Rückreise dort vorbei zu schauen. Aber es kommt alles anders.

Freitag. Stift fallen lassen und jetzt ist Urlaub.

Unseren Grizzly haben wir noch am Vorabend gepackt und so geht es direkt los. Wir schaffen es bis zum Wohnmobilstellplatz Münchberg (B), den wir bereits kennen. Wassertank aufgefüllt und eine schöne Brotzeit zum Abend. Schön, da ich das Brotbacken seit einigen Wochen für mich entdeckt habe und mich inzwischen auch an Sauerteigbrot getraut habe. Gärhardt, unser Sauerteig (Gären usw. 😜) und ich haben uns noch heute ein frisch gebackenes Brot beschert, dass wir uns schmecken lassen.

Morgens geht’s weiter immer Richtung Norden. Wir plündern noch das Outlet Elstal und steuern dann Camping am Havelkanal (C) an, der uns für eine Nacht ein kleines Plätzchen bietet. Das kleine italienische Restaurant direkt am Platz empfängt uns herzlich und das Abendessen ist hervorragend. Eine Runde Kniffeln und dann früh ins Bett. Morgen geht es weiter zum Airpark Müritz (D).

Wir werden herzlich empfangen und dürfen das eingezäunte Areal erkunden. Ein riesiger Spielplatz für Erwachsene. Alle Arten von Häusern, Tinyhouses und umgebauten Hangars.

Wir geraten immer mehr in Gedanken. Hier ein kleines Domizil im Norden, mit der Möglichkeit die MOPN direkt vor der Haustür zu parken, nachdem man auf der angrenzenden Piste 07/25 gelandet ist. Das wird uns noch ein wenig beschäftigen. Ein 1250 m²-Grundstück haben wir uns schon ausgesucht. Mal sehen. Vielleicht wird das ja ein Bro-Project?!

Wir dürften bleiben und übernachten, entscheiden aber noch 10 Minuten zum Müritz-Segel-Verein Rechlin e.V. (E) weiter zu fahren. Der Hafenmeister macht uns freundlich auf und als einziger Campervan-Besucher gibt es ein Platz in erster Reihe an der Kleine Müritz. Wir sitzen noch draußen und genießen die zaghafte Sonne mit Blick aufs Wasser. Essen gibt es heute selbstgekocht. Also verfeinert aus der Dose. Wir sind vorbereitet.

Ausgeschlafen geht es dann weiter nordwärts. Rügen voraus. Auf die Insel und bis nach Sassnitz, wo wir auf dem Wohnmobilstellplatz Stadthafen Sassnitz (F) noch einen der letzten zwei Plätze bekommen. Direkt vor dem Hafenbecken. Wir eilen zu den kleinen Verkaufskuttern und gönnen uns den ersten Bismarckhering im Brötchen direkt auf der Bank davor mit den neidischen Blicken der einheimischen Möwen. Herrlich und die Sonne meint es gut und scheint uns ins Gesicht. So ist Urlaub. Wir schlendern weiter und finden einen kleinen Strandkorb. Versorgt mit frischem Fisch und einem Gläschen Weißwein lassen wir uns die Sonne auf die Nase scheinen.

Die Abendplanung übernimmt Conny. Hätte sie übernehmen sollen. Mit Vorfreude stürmen wir kurz vor 20 Uhr das Restaurant Kutter, die aber leider um 20 Uhr den Feierabend ausrufen. Am Ende sitzen wir beim Italiener, der mit ein paar Miesmuscheln etwas den Abend versüßt, der dann aber mit Spaghetti Carbonara endet. Dafür sind wir jetzt aber nicht einmal durch Deutschland gefahren.

Zurück am Grizzly bekomme ich dann noch eine Abreibung bei Hangman. Fischessen und Gesellschaftsspiele sind heute nicht mein Ding.

Morgen wird wieder alles gut.

Leider fängt die Saison hier erst ab April so richtig an und wir entscheiden uns kurzfristig um, nicht auf Rügen zu bleiben und Richtung Nordsee zu fahren. Leider wird es dann auf der Rückreise auch nichts mit dem Besuch in Berlin bei Juli und Shuki. Manchmal durchkreuzt eben auch unsere eigene Spontanität die Pläne. Erster Zwischenstopp in Wismar.

Im Wohnmobilpark Westhafen Wismar (G) finden wir ein Plätzchen und erkunden den kleinen Hafen. Für das leibliche Wohl sorgt das Ahoi von Steffen Henssler mit Hamburger Pannfisch und ein kleiner Fischladen der ein tolles Sortiment anbietet und unser Frühstück morgen veredelt.

Nach dem fischlastigen Frühstück geht es nun an die Kieler Förde. Der Wohnmobilstellplatz Förde- und Kanalblick (H) hat ein Plätzchen in erster Reihe mit bester Aussicht für uns.

Mittags besuchen uns mein Bruder Stefan und Dalina. Und es passiert. Nach Jahren crashe ich die Drohne. Ich übersehen zum landen einen Baum und die Drohne fällt aus 10m auf Kies. Das ist zu viel für die Drohne. Tot. Da muss ich mir wohl doch eine modernere kaufen 😜.

Wir essen am Abend im Buffet Haus Petit Panda China Restaurant. Sehr lecker. Ein tolles Selbstbedienungsbuffet. Speisen zum selbst zusammenstellen und Getränke inklusive. Alles was das Herz begehrt. Der Abend dann ruhig und es werden Pläne für die verbleibenden Tage geschmiedet.

Unseren zweiten Tag verbringen wir hier in Kiel mit einer kleinen Shopping-Tour. Mittags essen wir noch einen Croque als Pflichtprogramm, da wir in München noch niemanden gefunden haben, wo wir einen bekommen würde. Das gehört also zum Pflicht-Norden-Programm. Abends treffen wir uns dann mit Melanie und Dennis, die sich in Laboe noch ein Katamaran angeschaut hatten, im Gosh, wo heute After-Work-Party ist. Dort endet unser Abend aber noch nicht. Wir lassen unsere Weingläser mitgehen und sitzen noch bis nach 1 Uhr nachts bei ihnen in der Hotellobby und quatschen über die schönsten Art und Weisen, wie man das Leben genießen kann. Gegen 2 Uhr sind wir wieder am Grizzly und fallen ins Bett.

Nach dem Frühstück geht es noch ein wenig nördlicher. Wir besuchen meinen Bruder in Kappeln. Die Sonne im Gepäck kommen wir an. Wir genießen die Sonne und abends werden wir toll begrillt.

Für meinen Bruder und seinem Arbeitskollegen Sven und seine Frau Steffi geht es am Morgen früh raus. Das Ziel sind frische selbstgeangelte Heringe.

Wir schlafen aus und erkunden dann bis nachmittags Kappeln. Danach bekommen wir von Steffi frisch eingelegte Heringe, die in drei Tagen dann in München zu Bismarckhering geworden sind. Ich bekommen noch frisches Ingreisch, also Milch und Roge, welche gleich in der Pfanne landen. Abends grillen wir wieder gemütlich. Morgen ist dann erster Rückreisetag.

Es ist Ostern und wir frühstücken ausgiebig und schön. Wir verabschieden uns, es gibt noch Ostergeschenke (ein ganzes kaltgeräuchertes Lachsforellenfilet) und dann treten wir die Rückreise an. Schade, es ist zwar windig aber die Sonne scheint und gern würden wir noch bleiben.

Wir schaffen 450 km und übernachten auf dem Wohnmobilstellplatz Melsungen. Direkt an der Fulda. Nichts besonderes aber schön für eine Nacht. Auf der Fahrt haben wir kurz hinter Hannover noch ein Croque-Laden angesteuert gehabt, so dass wir noch satt sind und uns einen gemütlichen Abend vor dem TV machen.

Selbst an unserem letzten Urlaubstag scheint die Sonne. Es wird nach dem Frühstück zusammengeräumt und dann treten wir die letzte Etappe für diesen Urlaub an. Zurück nach München.