Schweden und seine Bären

Ein lang gehegter Reisetraum wird Wirklichkeit: Schweden! Zwei Wochen lang wollen wir durch das Land reisen, von dem wir schon als Kinder ein ziemlich romantisches Bild im Kopf hatten. Wälder, Seen, Elche, Pilze und rote Holzhäuschen. Dazu Astrid Lindgren, Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga und die Kinder aus Bullerbü.
Kurz gesagt: Wir sind bereit für Schweden. Ob Schweden auch bereit für uns ist, wird sich zeigen.

Am Freitag, den 31. Juli, geht es pünktlich zum Ferienbeginn in Bayern auf die Autobahn. Unser erstes Etappenziel klingt allerdings weniger nach Schweden und mehr nach einem Vereinsausflug: der Bowlingtreff Hermsdorf in Bad Klosterlausnitz (Teil 1 B). Hinter der angeschlossenen Minigolfanlage gibt es ein paar Stellplätze – perfekt für unsere erste Nacht. Nach dem Abendessen im Restaurant geht es früh ins Bett. Schließlich wollen wir am nächsten Tag noch bis an die Ostsee kommen.

Das klappt trotz einiger kleinerer Staus tatsächlich ganz gut. Wir steuern Warnemünde an, finden mitten in der Stadt einen Parkplatz und machen zunächst das, was man an der Ostsee einfach machen muss: Fischbrötchen essen. Nach einer kleinen Sightseeing-Runde geht es zum Abendessen in den Hummerkorb. Labskaus steht auf dem Programm – schließlich muss man kulinarisch den Norden genießen, wenn man kann. Anschließend fahren wir zum Parkplatz am Seehafen Rostock (Teil 1 C). Nur fünf Minuten vom Fähranleger entfernt. Unsere Fähre nach Gedser geht bereits um sechs Uhr morgens. Also lassen wir den Abend gemütlich ausklingen. Der Wecker wird schließlich früh genug dafür sorgen, dass die Nacht endet.

Der Wecker hält Wort. Kurz vor sechs Uhr stehen wir auf der Fähre. Nach einem kleinen Frühstück auf dem Oberdeck liegt Dänemark vor uns. Von dort geht es weiter Richtung Kopenhagen und schließlich zur Öresundbrücke. Und dann ist sie da. Die Öresundbrücke. Ein gigantisches Bauwerk, das bei blauem Himmel und ein paar dekorativen Schäfchenwolken noch beeindruckender wirkt. Links liegt Malmö, unter uns verschwindet die Ostsee, und wir merken langsam: Jetzt sind wir wirklich in Skandinavien.
An der Grenze erwartet uns noch eine kleine Überraschung. Eine Atemalkoholkontrolle. Ich gönne mir den Test freiwillig. Das Ergebnis: nüchtern. Natürlich! Damit dürfen wir offiziell ins Land der Elche, Rentiere – und Bären.

Unser erster schwedischer Tag und unser erstes Ziel ist Tosteberga Hamn (Teil 1 D), ein kleiner Stellplatz an einem kleinen Yachthafen. Unterwegs steht natürlich noch eine wichtige Premiere an: Köttbullar. Und was soll ich sagen? Da kann sich IKEA warm anziehen.
Im nächsten Supermarkt decken wir uns dann mit schwedischen Spezialitäten ein: Kalles Kaviar, Leksands Knäckebrot und Hushållsost. Dinge, die man vorher nur vom Namen kennt und die jetzt unbedingt im Urlaub probiert werden müssen.

Am Nachmittag erreichen wir unseren Stellplatz. Die Sonne lacht, der Wind sorgt dafür, dass es angenehm bleibt, und wir genießen unsere erste schwedische Fika: Kaffee und Kardamomschnecken. So könnte Urlaub bleiben.
Abends gibt es Brotzeit mit unseren neu erworbenen schwedischen Schätzen. Dazu Dorschrogen und Nordseekrabben aus Warnemünde. Unser erster Urlaubstag in Schweden hätte kaum besser laufen können.

Nach einer wunderbar ruhigen Nacht geht es früh morgens auf eine ausgedehnte Gassirunde mit Bossa. Und schon jetzt zeigt Schweden, was es kann: Naturkino ohne Eintritt. Wir entdecken einen Marder, einen Adler aus nächster Nähe, Wildgänse und Hasen. Für uns Großstadtmenschen ist das bereits ein kleines Abenteuer.
Weiter geht es Richtung Öland. In Kalmar bekommen wir im Hafen noch einen Stellplatz direkt am Wasser (Teil 1 E). Wir erkunden das kleine Städtchen und lassen uns gegenüber vom Schloss Kalmar auf einer Holzliege nieder.
Einfach sitzen. Schauen. Nichts müssen.
Am Abend geht es ins Restaurant Blomlöfs i Kalmar. Garnelen und Flusskrebse landen auf dem Teller, dazu ein Gläschen Wein. Danach lassen wir den Tag entspannt am Camper ausklingen. Wieder so ein Tag, bei dem man denkt: Genau deshalb sind wir hier.

Es geht weiter über die Brücke nach Öland. Auf Öland selbst finden wir keinen Stellplatz, der uns wirklich gefällt. Entweder voll oder noch voller. Also ändern wir den Plan. Bevor wir die Insel verlassen, probieren wir aber noch eine Spezialität der Region: Kroppkaka bei Evas Kroppkakor (Teil 1 F). Kartoffelklöße mit Speck- und Rinderfüllung, dazu flüssige Sahne und Preiselbeerkompott. Klingt ungewöhnlich. Ist es auch. Und vor allem: lecker!
Die Einheimischen kommen gleich mit großen Töpfen und holen ihre Klöße an einer separaten Ausgabe ab. Wir beschließen, dass das wahrscheinlich die schwedische Variante von „Ich nehme noch einen für später“ ist. Drive-In auf schwedisch.
Danach geht es ins Landesinnere. Und plötzlich sind wir mitten in den schwedischen Wäldern. Wald, soweit das Auge reicht. Unser Ziel ist Föseke und der Uvaparkens Ställplatser (Teil 1 G). Zehn Stellplätze direkt an einem See. Dazu absolute Stille.
Nach dem Einkauf im örtlichen 24-Stunden-Selbstbedienungssupermarkt – nehmen, was man braucht, selbst bezahlen und wieder gehen – erreichen wir unseren Stellplatz. Eine Nacht lang hören wir fast nichts. Man mag kaum laut reden, weil man das Gefühl bekommt die Stille kaputt zu machen. Schweden kann also nicht nur Natur. Schweden kann auch Stille.

Am nächsten Tag wird es nostalgisch. Wir tauchen ein in die Welt von Astrid Lindgren. Erster Halt: Bullerbü.
Oder besser gesagt: Sevedstorp, wie der Ort im echten Leben heißt. Die kleinen Höfe sehen tatsächlich so aus, wie man sie aus den Geschichten und Filmen kennt. Wir schlendern durch den Ort, besuchen das Café Bullerbyn (Teil 1 H) und probieren natürlich schwedischen Käsekuchen.
Ein bisschen fühlt es sich an, als wären wir mitten in unsere Kindheit gefahren.
Danach geht es weiter nach Katthult.
Hier hat Michel aus Lönneberga – in Schweden heißt er Emil i Lönneberga – seine Streiche getrieben. Und tatsächlich steht er da: der Katthult-Hof (Teil 1 I), wie wir ihn aus den Filmen kennen. Das Wohnhaus ist heute privat bewohnt und kann nicht besichtigt werden. Dafür gibt es im Garten jede Menge bekannte Schauplätze. Den Fahnenmast, an dem Michel seine kleine Schwester Ida hochgezogen hat. Den kleinen Schuppen, in dem Michel seine Holzfiguren geschnitzt hat, wenn er mal wieder zur Strafe dort eingesperrt wurde. Das Haus von Alfred. Und natürlich das Plumpsklo-Häuschen. Man steht dort und denkt unweigerlich an die Geschichten zurück. Wenn wir in der Weihnachtszeit wieder einen Michel-Streich anschauen, wird dieser Ort definitiv vor unserem inneren Auge auftauchen.

Von Katthult fahren wir weiter Richtung Westen. Unser nächstes Etappenziel ist Jönköping am Vätternsee. Auf dem Stellplatz Villa Björkhagen AB (Teil 1 J) verbringen wir die Nacht. Abends gehen wir noch essen und genießen anschließend einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem See. Schweden macht es uns wirklich leicht, zufrieden zu sein.
Weiter geht es nach Lidköping am Vänern (Teil 2 B), dem größten schwedischen Binnensee. Das Wetter ist heute etwas wechselhafter. Ein Schauer hier, ein Schauer da. Wobei „Schauer“ in Schweden offenbar bedeutet: kurz ordentlich nass werden und zehn Minuten später so tun, als wäre nichts gewesen. Wir machen es heute gemütlich und bummeln durch die kleine Stadt. Vielleicht ist es aber auch einfach die Ruhe vor dem Sturm. Denn morgen wartet ein echtes Highlight auf uns.

Nach dem Frühstück geht es weiter nach Westen, fast bis nach Norwegen. Unser Ziel: Strömstad. Der Campingplatz First Camp (Teil 2 C) liegt oben auf einem Berg und bietet einen fantastischen Blick über die vorgelagerten Inseln und den Kosterfjord. Die Stellplätze haben jeweils eine windgeschützte Holzterrasse, direkt am Camper. Besser kann man einen Abend kaum verbringen. Und dann kommt der Grund, warum wir überhaupt hierher wollten: Mareld. Das Meer beginnt zu leuchten. Verantwortlich dafür sind fluoreszierende Meeresorganismen. Sobald das Wasser bewegt wird, entsteht ein blaues Leuchten. Man bewegt das Wasser – und plötzlich funkelt es. Ein bisschen wie Magie. Nur eben mit Biologie.

Wir erkunden tagsüber Strömstad, bevor wir abends wieder zu unserem Stellplatz zurückkehren. Dann versinkt die Sonne hinter den Inseln und wir sitzen mit Blick auf den Kosterfjord auf unserer kleinen Terrasse. Vor uns das Meer. Über uns der Himmel. Und irgendwo unter uns beginnt das Wasser blau zu glitzern. Spätestens jetzt ist klar: Schweden kann Natur. Und zwar richtig. Und dabei haben wir noch keinen Elch gesehen. Von den Bären ganz zu schweigen.
Aber genau das macht die Reise so spannend: Jeden Tag wartet irgendwo die nächste Überraschung – ein Adler auf der Gassirunde, ein stiller See, ein Astrid-Lindgren-Drehort, ein Kartoffelkloss oder plötzlich ein blau leuchtendes Meer.

Nach dem leuchtenden Meer von Strömstad geht unsere Reise weiter Richtung Süden. Und auch wenn wir inzwischen wissen, dass Schweden landschaftlich einiges zu bieten hat, sind wir noch lange nicht fertig mit Staunen. Unser nächstes Ziel ist Göteborg. An einem kleinen Yachthafen finden wir einen Stellplatz (Teil 2 D) und können von dort bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum fahren. Eine gute Entscheidung, denn Göteborg erkundet man am besten zu Fuß – auch wenn wir das am Abend vermutlich etwas anders sehen werden. Die Stadt gefällt uns sofort. Kleine Geschäfte, hübsche Gassen, viel Leben und eine entspannte Atmosphäre. Natürlich darf dabei eine schwedische Fika nicht fehlen. Also rein ins Café, Kaffee und etwas Süßes bestellen und einfach dem bunten Treiben zuschauen. Danach wechseln wir das Verkehrsmittel und steigen in ein Amphibienfahrzeug. Erst geht es durch die Stadt, dann wird aus dem Bus kurzerhand ein Boot und wir fahren durch den Hafen. So bekommt man Göteborg gleich aus zwei Perspektiven zu sehen. Nach einem Abendessen geht es zurück zum Yachthafen. Die Füße schmerzen inzwischen ordentlich, aber das Wetter hat wieder einmal alles gegeben: 20 bis 25 Grad, ständig eine leichte Brise und damit perfektes Wetter für einen Stadtbummel. Wir sind fix und fertig. Und glücklich. Als wir ins Bett fallen, schlafen wir vermutlich noch bevor der Kopf das Kissen berührt.

Am nächsten Morgen heißt es wieder: ein Stück Richtung Süden. Unterwegs machen wir Halt beim Vandalorum Restaurang. Heute steht eine weitere schwedische Spezialität auf dem Programm: Isterband mit Kartoffeln und Dill. Und wieder einmal stellen wir fest: Die Schweden können mehr als Köttbullar. Danach ist Schluss mit Kulturprogramm. Heute wollen wir einfach nur Ruhe. Am Furen See haben wir einen kleinen Stellplatz Alabacken (Teil 2 E) direkt am Wasser gefunden. Vielleicht zehn Camper teilen sich den Platz, ansonsten gibt es vor allem eines: Ruhe. Herrliche Ruhe.
Für Bossa, unseren deutschen Boxer, ist der Platz ebenfalls ein Erlebnis. Denn dort wartet Berta auf ihn – eine Bordeauxdogge und damit ebenfalls ein ausgewachsener Bollerkopp. Die beiden verstehen sich auf Anhieb prächtig und veranstalten eine kleine private Hundeshow direkt vor unserem Camper. Zwei Bollerköppen beim Spielen zuzusehen, ist ungefähr so elegant wie zwei Sofas auf vier Beinen beim Ballett. Aber herrlich anzuschauen. Abends machen wir etwas, das im Urlaub erstaunlich selten vorkommt: Wir sitzen tatsächlich vor dem Fernseher. Ein paar Folgen „The Bear“. Auch das ist Urlaub.

Der nächste Morgen begrüßt uns mit Nieselregen. Moment mal. Ich dachte, in Schweden regnet es nicht! Zum Glück nimmt uns Schweden diesen kleinen Ausrutscher nicht übel. Während wir frühstücken, klart es bereits wieder auf. Perfektes Timing für unser nächstes Highlight: Elche.

Im Elchpark Moose Safari geht es mit einer kleinen Bimmelbahn durch den Park. Und die Elche lassen nicht lange auf sich warten. Plötzlich stehen sie direkt neben der Bahn. Diese Tiere sind wirklich beeindruckend. Riesig, ruhig und mit einem Geweih, das aussieht, als hätte jemand beim Basteln ein bisschen übertrieben. Wir dürfen sie bestaunen, füttern und sogar streicheln. So nah waren wir einem Elch bisher noch nie. Weiter hinten im Park begegnen wir noch amerikanischen Bisons. Die sind weniger an Körperkontakt interessiert. Und bei einigen Exemplaren wird einem auch schnell klar, warum. Die Botschaft lautet eindeutig: „Schauen gerne. Anfassen lieber nicht.“ Im Park essen wir natürlich auch noch zu Mittag. Und wenn man schon einmal hier ist, muss selbstverständlich Elchfleisch probiert werden. Unser zweiter Elchkontakt hier. Wie wir erfahren, wird der Elchbestand in Schweden regelmäßig kontrolliert bejagt. Zu viele Elche würden den Wald stark schädigen. Außerdem sind sie nicht ganz ungefährlich für Autofahrer: Rund 15 Verkehrsunfälle pro Tag sollen in Schweden mit Elchen zusammenhängen. Nach diesem Ausflug betrachten wir die schwedischen Verkehrsschilder mit den Elch-Warnungen jedenfalls mit deutlich mehr Respekt.

Unser Tagesziel heißt heute noch Malmö. Im Yachthafen Ställplats Småbåtshamnen i Limhamn (Teil 2 F) finden wir einen schönen Stellplatz. Bei einer Spaziergangsrunde schauen wir uns die Boote an und lassen den Tag ruhig ausklingen. Abends gibt es Resteessen im Camper. Und weil wir inzwischen Blut geleckt haben, natürlich wieder: The Bear. Die Folge „Forks“, Staffel 2, Folge 7, hat es uns besonders angetan. Mehr verraten wir nicht. Wer die Serie kennt, weiß ohnehin, was gemeint ist. Wer sie nicht kennt, sollte sie einfach anschauen.

Am nächsten Morgen geht es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum von Malmö. Die Verbindung vom Stellplatz ist hervorragend. Und wir landen mitten im Malmö Festival. Vom 7. bis 14. August wird die gesamte Innenstadt zur Festmeile. Kleine Buden, Handwerk, Essen aus aller Herren Länder und diverse Bühnen sorgen dafür, dass eigentlich überall irgendetwas passiert. Wir lassen uns einfach mit der Menge durch die Straßen treiben. Unser heimlicher Plan war allerdings ein anderer: Wir hatten gehofft, vielleicht irgendwo ein echtes schwedisches Kräftskiva zu erleben. Das traditionelle Krebsfest gehört in Schweden zum Spätsommer. Dabei werden ganze Flusskrebse mit reichlich Dill in Salzwasser gekocht und anschließend kalt gegessen. Klingt nach genau unserem Ding. Nur leider: Keine Kräftskiva weit und breit. Keine Flusskrebse. Dafür Smash Burger und Lobster Sandwich. Man muss flexibel bleiben.

Das Wetter spielt natürlich wieder mit. Sonne, angenehmer Wind und Temperaturen, bei denen das Schlendern durch die Stadt einfach Spaß macht. Am Nachmittag flüchten wir vor dem Trubel in ein schönes Café. Wir sitzen draußen, lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen und beobachten die Menschen, die an uns vorbeiziehen. Genau diese kleinen Momente sind es, die wir an solchen Reisen lieben. Zurück am Stellplatz genießen wir noch ein wenig die Nachmittagssonne. Abends wird im Omnia gekocht und danach gibt es – Überraschung – ein paar Folgen The Bear. Unsere letzte Nacht in Schweden. Das Ende kommt näher. Und das gefällt uns überhaupt nicht.

Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen. Hej då, Sverige!

Bevor wir Schweden verlassen, machen wir noch einen letzten Einkauf. Einige schwedischen Leckereien, die wir unterwegs entdeckt und lieben gelernt haben, müssen natürlich mit nach Hause. Dann geht es über die Öresundbrücke zurück nach Dänemark. Eigentlich steht noch Kopenhagen auf unserem Programm. Wir hätten gerne eine Runde durch die Stadt gedreht. Allerdings erfahren wir, dass die Umweltzone dort ziemlich streng kontrolliert wird und man sich entsprechend registrieren muss. Alternativ kann man außerhalb parken und mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt fahren. Zeitlich wird uns das zu knapp. Also fahren wir direkt nach Gedser. Auf dem Wohnmobilstellplatz (Teil 2 G) genießen wir noch die Sonne. Conny interessiert sich außerdem für die heutige Sonnenfinsternis. Wir lassen den letzten Abend in Dänemark ruhig ausklingen. Denn morgen klingelt der Wecker wieder früh.

Eine ruhige Nacht später heißt es: früh aufstehen. Unsere Fähre nach Rostock geht um 6:45 Uhr. Alles klappt problemlos und schon bald sind wir wieder auf deutschem Boden. Aber noch ist der Urlaub nicht ganz vorbei. Wir entscheiden uns für einen Zwischenstopp in Waren an der Müritz auf dem Stellplatz Maremüritz Yachthafen (Teil 2 H). Ein ausgedehnter Spaziergang durch die Stadt, eine Schifffahrt bei wunderschönem Wetter und natürlich darf auch hier ein Fischgericht nicht fehlen. Am nächsten Tag geht es weiter nach Brandenburg an der Havel. Genauer gesagt zu einem kleinen Stellplatz namens Naturhof Camping (Teil 2 I).

Hier draußen im Nichts genießen wir einen heißen Sommertag. Abends wird gegrillt und wir machen das, was man gegen Ende eines Urlaubs eben so macht: Wir beklagen gemeinsam, dass der Urlaub schon wieder vorbei ist. Und natürlich schauen wir abends noch ein paar Folgen The Bear. Die Prioritäten müssen stimmen.

Der vorletzte Urlaubstag. Heute fahren wir in die Nähe von Sonnenberg, zum Naturerlebnisbad Rothenkirchen bzw. auf den angrenzenden Wohnmobilstellplatz am Naturerlebnisbad in Pressig (Teil 2 J). Und was soll man sagen? Bei diesem Wetter ist ein Freibad genau das Richtige. Das Bad ist wunderschön angelegt, herrlich zum Abkühlen und mit 3,50 Euro Eintritt für Erwachsene ausgesprochen fair. Ab 17:30 Uhr kostet der Eintritt sogar nur noch zwei Euro. Fair geht es auch im Biergarten Hauckensepper weiter: Schnitzel mit Pommes für unter 15 Euro. Da kann man nicht meckern. Neben uns parkt ein Schweizer Paar. Die beiden sind neun Jahre lang über die Weltmeere gesegelt und reisen nun aus gesundheitlichen Gründen mit dem Camper. Wir kommen ins Gespräch und hören unglaublich spannende Geschichten. Eigentlich hätten wir gerne noch viel länger geplaudert. Aber unser Kalender erinnert uns unerbittlich daran:

Morgen geht es nach Hause. Und plötzlich ist er vorbei. Der letzte Urlaubstag. Zwei Wochen Schweden liegen hinter uns.

Zwei Wochen mit Wäldern und Seen, mit Fika und Köttbullar, Kroppkaka und Isterband. Mit Bullerbü und Katthult. Mit Göteborg und Malmö. Mit Sonnenuntergängen, stillen Stellplätzen und einem blau leuchtenden Meer. Und natürlich mit Elchen. Ein Bär nur als Serie. Sehr vielen schönen Erlebnissen. Und erstaunlich wenig Regen. Wir hatten mit dem Wetter wirklich tierisch Glück. Schweden bei diesem Wetter war ein absoluter Traum. Wir kommen wieder. Das steht fest. Und vielleicht schaffen wir es beim nächsten Mal sogar zu einer richtigen Kräftskiva mit einem Berg von Flusskrebsen. Bis dahin bleibt uns die Erinnerung an eine Reise, die so ziemlich alles hatte, was wir uns gewünscht hatten. Und natürlich an unsere ganz persönliche schwedische Abendroutine: The Bear. Die letzte Folge ist geschaut. Das Ende macht Hoffnung. Und jetzt hoffen wir einfach, dass auch unser Urlaub irgendwann eine Fortsetzung bekommt.

Denn eines ist nach diesen zwei Wochen ziemlich sicher: Schweden und wir – das passt.